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Samstag, 20. September 2014

Alte Erinnerungen



Liebe Leser, liebe interessierte an meiner American Akita 


Fach Präsenz, liebe „Fangemeinde",




nachfolgenden Artikel schrieb ich vor mehr als einer Dekade für die Onlinepräsenz des 

„Dissidenten“ American Akita Club, in welchem ich seinerzeit Mitglied und Aktiv war.

Aus gemachten Erfahrungen und aus persönlicher Überzeugung, bin ich seit Jahren, dort kein 

Mitglied mehr und auch nicht mehr aktiv.

Einer der Gründe hierfür ist die Tatsache, daß sich der dortige Webmaster, nach eigener 

Aussage, (Beweis E- Mail Korrespondenz) in einer exponierten Stellung sieht und mir Form 

und Inhalte meiner Publikationen vorschreiben wollte, sowie diese nach Gutdünken

veränderte.

Ich bin Pädagoge von Beruf, 

bin Verhaltensberater für Hunde und Anti Jagd Trainer, 

forme aus Problem Akita - Hunde, welche sich in unsere Sozialgesellschaft integrieren - 

resozialisiere Akita, welche abgeschoben und in Tierheime verbannt wurden, ich vermittle in 

Not geratene Akita, bei welchen sich die jeweiligen Züchter keine oder zu wenige Gedanken 

machten, in WELCHE Hände sie ihre Hunde vermitteln, ich werde von Tierschutzorganisationen 

und Tierheimen in Beratender Funktion in Sachen American Akita als direkter Ansprechpartener 

einbezogen  

- ich habe keine "Guru's"!

Und - es gibt in Definition KEINE Menschen zu welchen ich in "exponierter Stellung" aufsehe, 

oder welche ich für mich als "exponiert" anerkenne!


Lieber Webmaster des American Akita Club im DRV e.V.:

Ich bin der deutschen Sprache und Orthografie in vollem Umfange mächtig und möchte Ihnen 

mitteilen, daß die Zuordnung „Hommage“ aus der französischen Muttersprache abgeleitet ist 

„homme“ = Der Mensch; und daß man „Hommage“ mit zwei „m“ Schreibt – SO, wie ich den 

Artikel seinerzeit eingereicht habe.

Nun, diesen Artikel schrieb ich seinerzeit, um die Webpräsenz vorgenannten Club's mit 

Inhalten zu füllen. Ebenso wie meine sonstigen Artikel dort auch.

Vor einiger Zeit meldete sich eine Teilnehmerin in dem von mir betriebenen American Akita 


Infolge des fortschreitenden gegenseitigen Austausches erfuhr ich dann, daß sich diese 

Teilnehmerin aufgrund dieses Artikels und seiner Aussagen für den American Akita entschied.

Immer wieder laß sie eben diesen Artikel und gab diesen ihrem Lebenspartner zur In Kenntnisnahme.

Und mit jedem Mal, daß sie diesen Artikel laß und über seine Aussagen nachdachte, verfestigte 

sich der Wunsch nach einem American Akita.

Sowie die Bewunderung für seinen Hauptakteur – Bushido – Nanuk wuchs.

Nun, was soll ich sagen, als diese Teilnehmerin erfuhr, daß eben jener Nanuk bei uns wohnt 

und daß wir unweit von ihr wohnen, ergab es sich, daß ein Termin zu einem gegenseitigen 

Kennenlernen vereinbart wurde.

Bezeichnend hierfür ist, daß bei der Telefonischen Abstimmung eines Kennenlern Termins 

diese Teilnehmerin zu ihrem Lebenspartner sagte: „Wir sind gerade dabei einen Termin zu 

finden um Nanuk zu besuchen.“

Dieser Artikel sorgte dafür, daß sich zwischen uns, jener Teilnehmerin, ihrem Lebenspartner, 

sowie ihrem American Akita heute eine Freundschaft entwickelt hat.

Und So möchte ich diesen Artikel auch unverändert hier wiedergeben, obgleich die Sache mit 

dem Jagen längst Geschichte ist und ich den Artikel heute wohl in Nuancen anders verfassen 

würde.


Aber sei es drum – ein Artikel der so viel Gutes beschert, ist es wert, daß man sich seiner 

erinnert.





Nach über 30 Jahren Hundeerfahrung und einigen Jahren so genanntem Schutzhundesport wollte ich mich der pädagogischen Herausforderung „Sozialisation und Ausbildung eines Akitarüden“ stellen.

Bevor nun unser neues Familienmitglied zu uns kam mussten einige Dinge im Voraus geregelt werden. 


Da ich die absolut veralteten nach neuesten kynologischen und verhaltenspsychologischen Erkenntnissen unhaltbaren Methoden der Schutzhundeausbildung verabscheue deckte ich mich mit Fachliteratur zum Thema Hundeerziehung ein. 

Dann begab ich mich auf die Suche nach einer guten Hundeschule.
 Ich hatte da so meine Kriterien, nach denen ich meine Wahl traf. Nun nach beinahe eineinhalb Jahren Besuch dieser Hundeschule kann ich behaupten, dass wir eine der besten in Deutschland gefunden haben.

An meinem Arbeitsplatz mussten Modalitäten geschaffen werden, welche mir genügend Zeit ließen mich um Sozialisation und Ausbildung unseres Hundes kümmern zu können. 

Wir besuchten mit Nanuk, seit er 9,5 Wochen alt war regelmäßig Welpenspiel- und Prägestunden. 
Später dann bis zum heutigen Tage Sozialisierungsstunden - wir haben nicht vor, damit aufzuhören. 

Vor allem in der eigentlich alles entscheidenden „Sozialen Prägephase“ versäumten wir keine Spielstunde. 
In der Welpenspielstunde raufte er sich bald an die Spitze. 
Als er dann vorzeitig in die Gruppe der „jungen Wilden“ wechselte, betrat er zum ersten mal den Platz mit einer ganz neuen Rudelkonstellation, in dem Bewusstsein: „Jungs, wo steht das Klavier, in ein paar Wochen sag’ ich hier was abgeht..!“ 
Es dauerte etwa 3 Wochen, bis Nanuk auch hier Rudelführer war. 
Bekamen Zwei Hunde zusammen Streit, sprang Nanuk zu den Kontrahenten, warf sich mit der Brust dazwischen, trennte die beiden, stand in der Mitte und gab Beiden einen „Groller“. 
Diese verneigten sich artig und dann spielten sie angemessen weiter. Nanuk begab sich dann wieder auf seinen Beobachtungsplatz. 

Als er dann in die Erwachsenengruppe aufstieg war seine Position als reglementierende Instanz auf dem Hundeplatz schon lange manifestiert. 

Selbst wenn Nanuk sich mal auf einen anderen drauflegt ist er immer darauf bedacht diesen nicht zu verletzen. 

Unser Hundetrainer erklärt menschlichen Neuankömmlingen immer wieder, dass es eine liebenswürdigere Unterwerfung nicht gibt. Dermaßen regelt er bis zum heutigen Tage die Angelegenheiten in seinem Rudel.


Aber von Anfang an:

Als Nanuk zu uns kam erkundete er in der ruhigen, erhabenen Art, die Akitas zu eigen ist unsere Wohnung. 


Er war enttäuscht, als unsere Katzen ihn nicht mit offen Armen empfingen. Ein Seufzer war seine Reaktion. Er nahm es aber absolut gelassen, verfolgte die Katzen weder, noch bedrängte er sie. 

Ich stellte ihm das Gestell mit der Wasser - und Futterschüssel in den Flur, der zu den weniger frequentierten Plätzen im Haus gehört. 
Am nächsten Tag verweigerte er die Futteraufnahme. 
Obwohl ich den Eindruck hatte, dass er hungrig war. 
Plötzlich wusste ich warum, er war es gewohnt mit seinem Rudel zu Fressen. Er hatte innerhalb weniger Stunden festgestellt, dass wir in der Küche Essen das wollte er auch - einfach nur bei uns sein. 
Das Gestell mit beiden Futterschüsseln wurde in die Küche umquartiert, mit dem Ergebnis, dass Nanuk sich sofort ans Essen machte. 

Schon am zweiten Tag, als mir die Haustüre ins Schloss fiel und ich vom Nachbargarten über den Zaun klettern musste, verteidigte er sein Revier. Nanuk empfing mich mit einem tiefen Knurren und Bellen. 
Bis er meine Stimme erkannte.

Die regelmäßigen Spiel - und Sozialisationsstunden dankte unser Hund uns damit, dass er bis zum Alter von 17 Monaten mit allen Hunden, gleich welcher Rasse, Geschlechtes und ungeachtet ihrer Größe, problemlos auskam. 
Nanuk provozierte niemals einen Streit. 

Mit fortschreitender Geschlechtsreife änderte sich die Qualität seines Umganges mit anderen Rüden. 
Jetzt reichte nur ein fixieren seines Gegenübers und Nanuk stieg mit einem tiefen grollen in die Leine. 

Er provozierte jetzt auch manchmal seinerseits. Dieses Verhalten war eine pubertäre Phase. 
Inzwischen hat sich diese wieder etwas geändert. 
Kleine Hunde, die provozieren werden ignoriert, nur bei größeren ist immer noch Vorsicht geboten. 

Jedenfalls haben wir die Gewissheit, dass es niemals zum Äußersten kommen würde, solange der andere Hund beschwichtigt oder sich unterwirft, was sich erst kürzlich bei Spaziergängen mehrmals bestätigte. 
Die meisten Rüden nehmen nur mal ne „Nase Nanuk“ und das reicht dann auch schon um sich abzuwenden und Abstand zu halten. 

Mit Rüden, die Nanuk von Welpenalter oder seit seiner Jugendzeit kennt gibt es absolut keine Probleme.

Nanuk liebt Katzen, seine Eigenen, die der Nachbarn und auch jene, welche wir bei Spaziergängen treffen. 

Er ist sozial geprägt auf Weidetiere, Nutztiere aller Art, Schwäne, sowie Enten. 

Er verhält sich im Tierpark absolut unauffällig zu Wildtieren. 

Pferde sind ihm suspekt. Er verbellt sie aber nicht. 

Freunde und Familienmitglieder werden freudig begrüßt. 

Fremden gegenüber ist Nanuk eher misstrauisch bis abweisend – ein durch Zuchtauslese verstärktes Wesensmerkmal aus der japanischen Tokugawa Periode, in der Akitas ausschließlich Begleiter der Samurai waren. 

Ein Fremder sollte Nanuk nicht in die Augen sehen, er würde es als Herausforderung betrachten. 

Ein weiterer Fehler, der immer wieder begangen wird ist der, dass man Nanuk gleich mit der Hand über den Schädel streichen möchte - er beschwert sich dann zurecht. 

Aufgrund seiner hohen Beißhemmschwelle würde er wohl niemals sofort zuschnappen, aber wenn Nanuk anfängt zu bellen steht man schon mal zur Salzsäule erstarrt. 

Auch würde ich Fremden antragen niemals sein Revier unaufgefordert zu betreten und damit meine ich unser Zuhause und auch einen etwaigen Camp Platz, wenn wir unseren Outdooraktivitäten frönen. 

Fremde werden besonders in Waldgebieten oder bei zunehmender Dunkelheit bellend angekündigt. 

Geht Nanuk mit meiner Frau alleine spazieren stellt er sich schützend vor sie, in dem Augenblick, in dem er Fremde erblickt.

Im Hause ist Nanuk der ruhigste Hund, den man sich nur vorstellen kann. Wenn wir vom Laufen zurückkommen sucht er sich einen Platz und döst oder schläft. 

Er bellt sehr wenig. 
Tut er dies aber hatte es bislang immer einen Grund. 

Er liebt es egal ob Zuhause, oder bei einer Rast draußen immer in unserer Nähe zu liegen.

Kommen wir nun zu einem für mich sehr unbefriedigenden Thema:
Nanuk würde Jagen, hätte er die Gelegenheit dazu. Bis zu einem Alter von einem dreiviertel Jahr etwa ließ er sich zuverlässig abrufen, auch bei der Verfolgung von Wild. Trotz aller Konzepte (es waren verschiedene), die ich seither an wandte habe ich seine Jagdneigung bestenfalls abschwächen können. Nanuk muss jetzt in Gebieten in denen mit Wild zu rechnen ist an der Schleppleine bleiben.
So leicht gebe ich mich aber nicht geschlagen, in Absprache mit unserem Hundetrainer haben wir ein weiteres, individuelles und tierschutzgerechtes Konzept erarbeitet um dieses Problems Herr zu werden.


Aufgrund unserer Sozialisations- und Ausbildungsbemühungen ist es Nanuk möglich uns bei allen sozialen Aktivitäten und Anlässen zu begleiten. 

Wir können ihn mitnehmen zum Getränkemarkt und zum Baumarkt, er begleitet uns zu Stadtgängen, sowie zum Tiershop, in dem er sich frei bewegt, ohne auch nur das kleinste Leckerchen anzurühren. Nanuk begleitet uns auch zum Besuch im Café, oder ins Restaurant zum essen - Er hat uns noch nie blamiert.

Ja und dann möchte ich noch die Therapieerfolge erwähnen, die ich unter Nanuks Mithilfe in der Arbeit mit geistig und körperlich behinderten Menschen erzielt habe.

All das hat sich nicht von alleine erledigt.
Ich investierte beinahe jede Minute meiner Freizeit in Nanuk. 

Mit 10 Wochen begannen wir mit der Ausbildung unseres Akita. 

Die Aussage, dass, wenn ein Akita beschlossen hat nicht mehr mitzumachen, bei ihm gar nichts mehr geht, kann ich nicht teilen.

Nanuk hat bei mir noch niemals vollständig blockiert. 

Nanuk und ich haben eine, im psychologischen Sinne, „sichere Bindung“ zueinander. 

Des weiteren standen mir auch immer wieder erlernte Motivationsmöglichkeiten zur Verfügung um die Mitarbeit seinerseits zu ermöglichen.

Mit 4 Monaten beherrschte er die Anweisungen „Sitz“ und „Platz“. 

Mit 5 Monaten ließ er sich zuverlässig Abrufen - aus jeder Situation. 

Lassen Sie sich nur nicht erzählen, man könne erst mit 8 Monaten anfangen dem Hund etwas zu vermitteln. 

Sehen Sie es mir nach, wenn ich mich eines pfälzischen Schlagwortes bediene, aber mit 8 Monaten wären bei einem Akita „alle Spatzen gefangen“. 

Ganz besonders bei einem Rüden, dessen Erziehung, das wage ich nach 35 Jahren Hundeerfahrung zu behaupten, eine andere Qualität aufweist, als die Erziehung einer Hündin!

Vielleicht sollte ich auch hier noch erwähnen, dass in der Erziehung eines Akitarüden eben nicht alles nur durch „den Bewurf mit Wattebäuschen und dem Winken mit der Leckerchentüte“ zu erreichen ist! 
Es wird der Zeitpunkt kommen, an dem er die Rangordnung in Frage stellt und in seiner sozialen Position aufsteigen möchte. Dann werden Sie es ihm biologisch klarmachen müssen wer Rudelführer ist und auch gedenkt zu bleiben.


Um Heinz Weidt zu zitieren: “Es ist der Mensch, der zum Schicksal des Hundes wird“

Kommentare:

Anja Caspary hat gesagt…

Sehr schön geschrieben! Ich bin sehr froh, Nanuk und euch begegnet zu sein :-)

Mathias Kahlenberg hat gesagt…

Vielen Dank Anja,

auch wir sind froh, Euch und Benji kennen gelernt zu haben.:-)